Helgoland Beschreibung Helgoland  
 
   
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Helgoland

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Helgoland Artikel

Wappen Karte
Helgoland Beschreibung Helgoland Beschreibung
Wahl- und Wappenspruch
Grün ist das Land,
rot ist die Kant',
weiß ist der Strand,
das sind die Farben von Helgoland.
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Landkreis: Pinneberg
Fläche: 1,7 km²
Einwohner: 1.478 (29.5.2004)
Bevölkerungsdichte: 869 Einwohner je km²
Amtssprache: Deutsch
Umgangssprachen: Helgoländisch Halunder
Niedersächsisch Platt
Höhe: 61 m ü. NN
Postleitzahlen: 27483 - 27498
Vorwahlen: 04725
Geografische Lage: 54° 10' n. Br.
07° 53' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 025
Gemeindegliederung: Oberland, Mittelland
und Unterland
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lung Wai 28
27498 Helgoland
Offizielle Website: www.helgoland.de
E-Mail-Adresse: info@helgoland.de (mailto:info@helgoland.de)
Politik
Oberbürgermeister: Frank Botter

Die Insel Helgoland (niederdeutsch Heiliges Land, friesisch und Halunder (Deät) Lun, bei antiken Schriftstellern Abalus oder Basileia genannt), wird in der Regel als "Deutschlands einzige Hochseeinsel" genannt und liegt gut 70 km vom Festland entfernt in der Nordsee. Ihr wohl bekanntestes Wahrzeichen ist die Lange Anna. Helgoland wird unterteiltins Oberland , das Mittelland und das Unterland .

Die Hauptinsel Helgolands bildet zusammen mit der benachbarten Strandinsel namens "Düne" eine Gemeinde in dem Kreis Pinneberg in dem Bundesland Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Auf Helgoland ist alles anders. Sonderausgabe. Die wechselvolle Geschichte einer römischen Insel Das Buch "Auf Helgoland ist alles anders. Sonderausgabe. Die wechselvolle Geschichte einer römischen Insel" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch.

Geografie

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Überblick

Helgoland Beschreibung
Helgoland Beschreibung
Luftbild (ca. 1890 - 1900)

Die Insel Helgoland ist Deutschlands am weitesten vom Festland entfernte Insel. Die Insel besteht aus der 1,0 km² großen Hauptinsel sowie der 0.7 km² großen Düneninsel. Sie ist in der Deutschen Bucht westlich der Elbmündung auf 54°10' nördlicher Breite und 7°53' östlicher Länge gelegen und circa 50 km von der Westküste des Bundeslandes Schleswig-Holstein entfernt.

Helgoland wird umgangssprachlich zumeist als Hochseeinsel genannt, was geografisch gesehen jedoch nicht korrekt ist, da sie zwar "auf offener See", nicht jedoch "auf Hoher See" (also in dem Hochsee-Bereich wie z.B. in dem Atlantik) liegt. Die Insel besitzt in dem Süden einen kleinen Strand und fällt in dem Norden und Westen in steilen Klippen gut 50 Meter zu dem Meer hin ab. In dem Osten liegt die "Düne" genannte Badeinsel, eine flache Strandinsel , die früher mit Helgoland verbunden war.

Buch-Tipp: Helgoland. Urlaubshandbuch (Reise Know-How) Eine Beschreibung zum Buch "Helgoland. Urlaubshandbuch (Reise Know-How)" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem Buchtitel weiter geleitet.

Geologische Entstehung der Felseninsel

Buch-Tipp: Historie von der schönen Insel Helgoland. In Verse gebracht und mit Zeichnungen versehen von James Krüss Das Buch "Historie von der schönen Insel Helgoland. In Verse gebracht und mit Zeichnungen versehen von James Krüss" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch.

Zechsteinmeer in dem ausgehenden Erdaltertum

Die geologisch relevante Geschichte der Entstehung Helgolands beginnt vor etwa 260 Millionen Jahren. Somit beginnt die Entstehung Helgolands in dem ausgehenden Erdaltertum, genauer in dem geologischen Zeitalter des Perm. In dem beginnenden Zechstein, der zweiten Abteilung des Perm, kam es auf dem Urkontinent Pangäa zu Meereseinbrüchen in Europa und Amerika und so zu dem Vordringen des arktischen Meeres in dem Gebiet des heutigen Mitteleuropa. Die Region Helgolands lag in diesem Zechstein-Meer, in dem so genannten Elbe-Trog . Auf Grund des ariden Klimas verdampfte das Wasser jedoch wieder mit der Zeit und hinterließ Kalke, Dolomite, Anhydrite und Salze als Verdunstungsrückstände, so genannte Evaporite, die in dem Norddeutschen Raum als Zechstein-Sedimente behandelt und bestimmt worden sind.

Buch-Tipp: Luisenburg. Ein vergessener Landschaftsgarten der Frühromantik Die Beschreibung für das Buch "Luisenburg. Ein vergessener Landschaftsgarten der Frühromantik" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster.

Gesteinsbildung in dem Erdmittelalter

Helgoland Beschreibung
Helgoland Beschreibung
Helgoland in den 1930er Jahren

Im frühen Erdmittelalter fanden die für Helgoland wichtigsten gesteinsbildenden Prozesse statt. Das zu Beginn der Trias herrschende tropische- und subtropische Klima dominierte die Verwitterung der variskischen Gebirge in dem umgebenden Festland. Das Klima begünstigt eine lateritische Verwitterung, die in dem Endprodukt hohe Eisen- und Aluminiumgehalte vorweist. Die Oxidation dieser Verwitterungsprodukte führt zu einer starken Rotfärbung der typischen Buntsandstein-Sedimente in Mitteleuropa.

Im Buntsandstein wurden große Mengen des Verwitterungsmaterials in den Hochländern abgetragen und in tiefer liegenden Regionen sedimentiert. In dem Gebiet Helgolands haben diese Ablagerungen eine Mächtigkeit von mehr als 1 Tausend m. Sie bilden den sichtbaren Teil der heutigen Felseninsel.

Auch in der folgenden erdgeschichtlichen Abteilung des Muschelkalk war das Gebiet Helgolands Sedimentationsgebiet. Die Ablagerungen aus dieser Zeit haben eine Mächtigkeit von mehr als 300 m. Eine große Zahl von Fossilienfunden aus dieser Zeit belegt zudem die günstigen Lebensbedingungen zu dieser Zeit. So wurden verschiedene Fische, Meeressäuger, Muscheln und Schnecken gefunden.

Auch aus der vor 140 Millionen Jahren beginnenden Kreidezeit sind in dem Helgoländer Raum Sedimentschichten zu finden. In dieser Zeit war der gesamte Nordseeraum Meeresgebiet. In dem marinen Bereich bildete sich unter warmen und feuchten Klimabedingungen eine reichhaltige Flora und Fauna, so dass die Kreideschichten heute äußerst fossilienreich sind.

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Salz-Aufstieg in dem Tertiär

Die große Mächtigkeit der Sedimentschichten in dem Nordseeraum – auch schon in dem Mesozoikum – sind auch darin begründet, dass der Nordseeraum Senkungsgebiet war. Somit konnten selbst in den flacheren Meeren des Buntsandstein und Tertiär diese Senkungsgebiete stets wieder von dem aus den Gebirgen verfrachteten Verwitterungsmaterial aufgefüllt werden. Unter dem Druck der auflagernden Schichten verfestigten sich diese Schichten zunehmend.

Im direkten Zusammenhang mit dieser Verfestigung und somit der Zunahme der Dichte sowie des Drucks auf die darunter liegenden Schichten ist auch die Heraushebung des Helgoländer Buntsandsteinfelsens zu sehen.

Im Laufe der Zeit lagerten sich über den permischen Salzgesteinen in dem Erdmittelalter die Schichten des Trias, der Kreide sowie des Tertiär ab. Jede neue Sedimentationsschicht hatte auch zur Folge, dass die jeweils unterlagernden Sedimente durch die Last der darüber lagernden Sedimente weiter verfestigt und verdichtet wurden.

Die unten liegenden Salzgesteine lassen sich jedoch ca. bis zu einer Dichte von maximal 2,2 g/cm³ verdichten. Mit zunehmender Tiefe und somit mit zunehmendem Druck erhöht sich der Dichtewert einer Schicht, so dass es in dem Bereich der Zechsteinsalze zu einer Dichteanomalie kam. Das Salzgestein reagierte plastisch auf den stets stärkeren Druck und neigte dazu, bevorzugt an Schwächezonen, wie Verwerfungen, aufzusteigen, um so zu einer Druckentlastung zu gelangen. Beim Aufstieg kommt es aber auch dazu, dass die aufliegenden Schichten mit gehoben werden. Man spricht bei diesem Phänomen von Salzkissen, in dessen Scheitelbereich Helgoland sich befindet.

Die Aufwölbung des Buntsandsteins sowie der weiteren Schichten durch den Aufstieg des Salzes (Salztektonik ) wird auch in der heutigen tektonischen Struktur Helgolands sichtbar. Der Scheitel der Salzstruktur verläuft von Nordwesten (NNW) nach Südosten (SSE). Dies gibt die Streichrichtung der auflagernden Deckschichten an, die an den Abrasions-Plattformen in dem nördlichen Felswatt zu erkennen sind. Die Schichten sind bei der Aufwölbung gekippt worden, so dass heute eine Neigung der Buntsandsteinfelsen von circa 17 bis 20° zu erkennen ist. Somit finden wir an der Westseite Helgolands nach oben zeigende Schichten, während die Schichten an der Ostseite nach unten zeigen.

Buch-Tipp: PastFinder Hamburg Die Beschreibung für das Buch "PastFinder Hamburg" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster.

Überprägung der neu entstandenen Felseninsel in dem Quartär

Ausgangspunkt der Überprägung in dem Quartär ist die Klimaverschlechterung in dem ausgehenden Tertiär. Drei große Vereisungen haben bis in den nordmitteleuropäischen Raum zu einer starken Veränderung der Landschaft geführt.

Während der Elster-Eiszeit (etwa 480 Tausend bis 300 Tausend Jahre vor heute) und der Saale-Eiszeit (etwa 280 Tausend bis 130 Tausend Jahre vor heute) wurde auch Helgoland von der Vergletscherung erfasst, wovon abgelagerte Geschiebelehme bis heute zeugen. Das Vordringen des Eises dürfte in dieser Zeit auch zu einer starken Abtragung der gehobenen und gekippten Schichten bis hin zu einer Freilegung der Salzstruktur in dem Bereich des westlich vorgelagerten Görtels. Das zwischen den Kaltzeiten vordringende Meer hat weiter zur Abrasion dieser Schichten beigetragen.

Erst lange nachdem Ende der letzten Kaltzeit begann Helgoland in dem Zuge des ansteigenden Meeresspiegels sich vor etwa 3.500 bis 4 Tausend Jahren vom Festland zu lösen, nach dem es zuvor lange Zeit über eine westlich verlaufende Landbrücke mit dem Festland Mitteleuropas verbunden war.

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Heutige Inselform

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Natürliche Veränderungen

Die hauptsächlichen gestaltenden natürlichen Kräfte, die auf die Felseninsel einwirken, sind die Verwitterung sowie die Abrasion durch die Meeresbrandung.

Bei der Verwitterung ist besonders das kühle Winterklima von Bedeutung. Die Kälte fördert die physikalische Verwitterung des Gesteins. Die Frosteinwirkung zerklüftet und zersprengt das Gestein und fördert Gesteinsschutt als Verwitterungsrest zu Tage, der am Fuß der Klippen angelagert wird. Hierbei wird das Kliff langsam zurückgedrängt und so die Insel verkleinert.

Typisch für Helgoland war hierbei auch die Entstehung von Felsvorsprüngen (Hörner) mit dazwischen liegenden Buchten (Slaps). In dem Laufe der Zeit und unter weiterem Meeres- und Wettereinfluss können diese Vorsprünge von Brandungstoren durchbrochen werden, die beim Einsturz der Bogenverbindung einzelne Felstürme (Stacks) hinterlassen. Der "Hengst", heute als Lange Anna genannt, ist mit einer Höhe von gut 48 m ein derartiger Stack, der einzige, der sich bis heute gehalten hat.

Anthropogene Veränderungen

Die ersten menschlichen Einriffe auf Helgoland sind auf die Gewinnung von Rohstoffen zurückzuführen. So konnte das so genannte Helgoländer Kupfererz in dem Buntsandstein nachgewiesen werden. Hierbei handelt es sich um Rohkupfer in Sekundärlagerstätten, d.h. diese sind Restvorkommen, die sich in der Helgoländer Region in Folge der Umlagerung von Ablagerungsmaterial aus dem variskischen Gebirge des Erdaltertums akkumuliert haben. Auch kleine Eisenerzanteile konnten hier nachgewiesen werden. Von einer vorgeschichtlichen Nutzung zeugen die vor dem Südhafen entdeckten Reste eines Schmelzofens .

Von größerer Bedeutung war jedoch ab dem Mittelalter der Muschelkalk- und Gipsabbau am damaligen Wittekliff. Dieser Abbau trug zu einer raschen Zerstörung der Steilfelsen bei, die 1721/1721 schließlich so instabil waren, dass sie einer Sturmflut nicht mehr standhalten konnten.

Weitere Rohstoffprospektionen blieben erfolglos, so dass über die Vorkommen fossiler Brennstoffe in dem Bereich Helgolands bislang keine weiteren Angaben getroffen werden können.

Weitere Veränderungen der Morphologie der Insel wurden durch Schutzmaßnahmen verursacht: Bis zu dem Beginn des 20. Jahrhunderts war die Felseninsel ungeschützt und hatte durch Abrasion und Verwitterung einen Flächenverlust von jährlich ungefähr 0,37 km² zu verzeichnen.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts begannen in dem Zuge einer zunehmenden Bebauung Planungen für einen wirksamen Brandungs- und Sturmflutschutz. Vorangetrieben wurden diese Planungen durch eine starke militärische Nutzung der Insel. So wurde bereits in dem Jahr 1903 mit dem Bau einer Schutzmauer auf der stärker witterungs- und brandungsgefährdeten Westseite begonnen, die 1927 fertig gestellt war. In dem weiteren Verlauf wurden auch der Norden und der Osten der Hauptinsel in die Schutzmaßnahmen einbezogen, die die Grundlage für die Erschließung des Ostlandes waren. Später wurde auch die Düne in die Schutzmaßnahmen mit einbezogen.

Vor der zusätzlich voranschreitenden Verwitterung können jedoch auch die Schutzmauern nicht schützen. Davon zeugt der Verwitterungsschutt am Sockel der Steilküsten , der stellenweise schon bis an die Schutzmauern angelagert ist. Wurde dieser früher noch von den Sturmfluten fortgetragen, so staut er sich heute an den Ufermauern. Infolge dieser Entwicklung wird Helgoland zwar nicht mehr flächenmäßig kleiner, doch nun droht es auf lange Sicht unter den Schuttkegeln der Verwitterung, die sich langsam begrünen, zu versinken.

Der letzte bedeutende und bis heute markante Eingriff in die Gestalt der Insel hat während und nachdem Zweiten Weltkrieg stattgefunden: Am 18.04 1945 war der damalige U-Boot-Stützpunkt Absicht eines massiven Luftangriffs der Engländer, die die Insel in den Folgejahren als ÜbungsAbsicht für die britische Luftwaffe nutzten. Vor den Bombardierungen zeugen die Bombenkrater in dem heutigen Oberland.

Zwei Jahre später, am 18.04 1947, sollten in einer Sprengung sämtliche militärischen Anlagen auf und unter der Insel sowie alte Munitionsbestände vernichtet werden, um so eine weitere Nutzung Helgolands aus militärischer Sicht unmöglich zu machen. Die Sprengung von ungefähr 4 Tausend Tonnen Munition ließ die Insel mit ihrem Sockel bis in eine Tiefe von mehreren Kilometern erschüttern und führte zu einer nachhaltigen Veränderung ihres Aussehens.

Geschichte

Frühzeit und Antike

Früheste Kulturspuren auf Helgoland reichen bis in die Jungsteinzeit zurück; auf dem Oberland sind mehrere Hügelgräber nachgewiesen. Eine früher bestehende Landverbindung zu dem Festland ist aufgrund des nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstiegs schon vor 4 Tausend v. Chr. abgebrochen.

Aus der Antike sind uns ca. wenige Nachrichten über Nordeuropa überliefert. Aber in der Naturgeschichte Plinius d. Älteren wird mehrfach der heute nicht mehr erhaltene Reisebericht des Pytheas von Massilia (325 v. Chr.) zitiert. In folgender Textstelle ist offenbar von Helgoland die Rede:

"Pytheas gibt an, ein germanisches Volk, die Guionen, wohne an einer Versumpfung des Ozeans, ... eine Tagesreise von da liege die Insel Abalus ; dorthin werde der Bernstein in dem Frühling von den Wellen getrieben und sei eigentlich eine geronnene Ausscheidung der See; die Anwohner gebrauchten ihn statt Holz zu dem Feuer und verkauften ihn an die benachbarten Teutonen. Timaeus stimmt ihm darin bei, bezeichnet aber die Insel Basileia ."

Mittelalter

Im 7. Jahrhundert war Helgoland von Friesen bewohnt. Um 700 gab es einen Bericht über einen Aufenthalt des Friesenherrschers Radbod auf Helgoland in der Heiligenlegende des Willibrord, der zwischen 690 und 714 vergeblich versuchte, die Helgoländer Friesen zu missionieren.

Die Christianisierung gelang erst 100 Jahre später durch Luidger, damit wurde Helgoland früher als angrenzende Regionen missioniert. Kunde vom frühmittelalterlichen Heiligland gibt auch Adam von Bremen in seiner res gestae aus dem Jahre 1076.

Häufig wird Helgoland auch mit der Piraterie in Verbindung gebracht. Am 24.01 1402 setzte ein Hamburger Flottenverband in der Nähe von Helgoland die Vitalienbrüder des Klaus Störtebeker fest. Ob dieser die Insel aber je betreten hat, ist nicht belegt.

1720 zerstörte eine Sturmflut den Woal, die Landzunge zwischen dem roten Buntsandsteinfelsen der Hauptinsel und dem östlich gelegenen Witte Kliff, einem Kalkfelsen, dessen Abtragung durch die Nordsee aufgrund des dort bis in das 17. Jahrhundert betriebenen Steinbruchs beschleunigt wurde. Über den verbliebenen Klippen bildete sich die für den heutigen Badebetrieb wichtige Düneninsel.

Von 1714 bis 1807 gehörte die Insel dann zu Dänemark.

Während der Kontinentalsperre - 1806 von Napoleon gegen England verfügt - entwickelte sich Helgoland zu einem lebhaften Schmuggelplatz.

Britische Herrschaft

1807 besetzten englische Truppen die Insel und gliederten sie als Kolonie in Großbritannien ein.

Im Frieden von Kiel 1814 verbleibt Helgoland bei den Briten (siehe Geschichte Dänemarks). Helgoland wurde 1826 Seebad. Es kamen viele Schriftsteller und Intellektuelle auf die Insel. Der Verleger Campe machte regelmäßig auf der Insel Sommerurlaub. Heinrich Heine rühmte die Insel; wichtig war auch Ludolf Wienbargs Helgolandbuch. Der Dichter Hoffmann von Fallersleben machte auf Helgoland Urlaub und dichtete hier 1841 das Deutschlandlied nach einem "fröhlichem Besäufnis". In der Helgoländer Urschrift gab es noch die Variante zur dritten Strophe: Stoßet an, und lasset leben ...!

Früher Höhepunkt der Popularität der Insel als ReiseAbsicht waren die fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts.

Übergang von Großbritannien auf Deutschland

Helgoland Beschreibung
Helgoland Beschreibung
Parade zur Abtretung Helgolands an Deutschland

1890 ging Helgoland in dem Sansibar-Vertrag von Großbritannien an das Deutsche Reich über, wofür Großbritannien die bis dahin vor der Küste Deutsch-Ostafrikas liegende Insel Sansibar erhielt, bzw. das Deutsche Reich verzichtete selbst auf seine Ansprüche auf das Sultanat Sansibar und auf andere Rechte in Ostafrika (Witu-Land ).

Militärische Bedeutung

Kaiser Wilhelm II. ließ Helgoland, das nahe der Mündung des damals neu erstellten, wirtschaftlich und strategisch wichtigen Kaiser-Wilhelm-Kanal liegt, zu einem Marinestützpunkt ausbauen. Diese militärische Funktion hatte die Seefestung Helgoland auch noch in dem Zweiten Weltkrieg und erreichte ihren Höhepunkt mit dem Unternehmen Hummerscheere, durch welches das heutige Nord-Ost-Gelände entstand.

Ursprünglich wurde die Insel alAbsicht für eine Nordsee-Seereise des einfachen Forschers gedeutet. Bald kamen aber auch rassistische Gedanken auf. Aus den Helgoländer guten Menschen wurden langsam die urdeutschen Friesen. Aus dieser Zeit stammen Phantasien über die Bedeutung Helgolands in einer germanischen Urgeschichte, die 1930 ihren Höhepunkt in der Gleichsetzung Helgolands mit einem arischen Atlantis hatten.

1945 war die Insel nach einem verheerenden Bombardement der Engländer unbewohnbar und musste evakuiert werden. Es folgte am 18.04 1947 der erfolglose Versuch der Engländer, die Insel zu sprengen - die bis heute größte nichtnukleare Sprengung der Geschichte. Schließlich blieb Helgoland militärisches Sperrgebiet und Übungsgelände für die Bomber der britischen Luftwaffe, bis der Bevölkerung Helgolands am 1. März 1952 erlaubt wurde, wieder auf ihre Insel zurückzukehren. Seitdem blüht dort der Tourismus und der Kurbetrieb.

Tourismus

Helgoland Beschreibung

Geologische Sehenswürdigkeiten sind unter anderem die "Lange Anna" und der Lummenfelsen .

Die der Hauptinsel vorgelagerte und per Fähre zu erreichende Düne ist bevorzugteAbsicht derjenigen Urlauber, die nicht ca. als Tagestouristen auf Helgoland verweilen und vor dem täglichen Touri-Anstrom dorthin "flüchten". Auf der Düne teilen sich die Badegäste an manchen Tagen den Strand mit einigen Robben, die ihre Scheu gegenüber Menschen weitgehend abgelegt haben. Auf der Düne befindet sich auch der kleine Flugplatz, von dem aus in etwa 20-30 Minuten das Festland erreicht werden kann.

Eine in Deutschland einmalige Touristenattraktion ist das Ausbooten von den Fähren zur Landungsbrücke . Dies ist erforderlich, da der Hafen nicht genügend Platz für die bis zu 10 Seebäderschiffe bietet. Eine Ausnahme bilden die schnellen Katamaranfähren, die den Südhafen direkt ansteuern.

Zusätzlich sind gut 400 m der alten unterirdischen und mehrere Kilometer langen Bunkeranlagen und Schutzräume in Führungen begehbar. Die genaue Zahl und Länge der unterirdischen Gänge auf der Insel sind nach wie vor unbekannt.

Ein sehenswertes Gebäude ist die St. Nicolai-Kirche auf dem Oberland mit einigen alten und neuen künstlerischen Ausstattungen.

Nicht als Sehenswürdigkeit gedacht, aber bei nautischem Interesse sehenswert, ist der größte Seenot-Rettungskreuzer der DGzRS sowie als Beispiel für ein SWATH der Lotsen-Tender (abwechselnd "Duhnen" und "Döse").

Wirtschaft

Die Bevölkerung Helgolands lebt heute größtenteils von Einnahmen aus dem Tourismus. Auf Helgoland gibt es nach wie vor Duty-free-Shops. Daneben gibt es Handwerksbetriebe und seit über 100 Jahre eine Forschungseinrichtung: Die Biologische Anstalt Helgoland (BAH). Diese erforscht die Grundlagen des Lebens in dem Meer mit Schwerpunkten in der Nordsee und in dem Wattenmeer. Seit 1998 gehört die BAH zu dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) mit Sitz in Bremerhaven.

Es bestehen diverse Fährverbindungen zu dem Festland und zu anderen Inseln, so z.B. nach Bremerhaven, Cuxhaven, Büsum oder nach Wilhelmshaven, von denen ca. eine einzige (nach Cuxhaven alle 2 Tage) auch in dem Winter betrieben wird.

Politik

Die Insel Helgoland bildet eine Gemeinde in dem Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein).

Mit Ausnahme einiger Rettungs-, Feuerwehr- und Gemeindefahrzeuge ist die Insel verbrennungsmotorfrei. Selbst für das Fahrradfahren benötigt man eine Sondergenehmigung, denn § 50 STVO (Straßenverkehrsordnung) besagt: Auf der Insel Helgoland sind der Verkehr mit Kraftfahrzeugen und das Radfahren verboten.

Sprachen

Neben dem Standard-Hochdeutsch und dem auch Halunder genannten Helgoländisch, einem eigenständigen nordfriesichen Dialekt, beherrschen viele vor allem ältere Helgoländer auch noch Plattdeutsch bzw. Niedersächsisch.

Siehe auch: Friesen-Droapen

Sport

Am Pfingstwochenende findet jedes Jahr die Nordseewoche, Deutschlands größte Segelregatta für Tourensegler in der Nordsee statt.

Im Rahmen der allgemeinen Begeisterung am Ausdauersport wird auf Helgoland alljährlich ein Marathonlauf veranstaltet, zum einige Hundert eventhungrige Sportler auf die Insel reisen. Außerdem bietet der VFL Fosite Helgoland noch ein großes Angebot von Sportarten an. In dem Sommer findet neben einem alljährlichen Beachvolleyball-Turnier auch der O'Land Skimboard Contest (OSC), ein Wettbewerb in dem Wellenreiten statt.

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